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Corona-Krise

Wie viele Positive gibt es wirklich?

Inzidenz verstehen wir nicht

Die Situation in Deutschland wird dramatisch dargestellt. Man benutzt in den Medien und der Politik die Größe Inzidenz, wozu niemand von uns Normalbürgern einen lebensnahen Bezug hat.

Ob eine Inzidenz dramatisch ist, können wir aus unserer Intuition heraus gar nicht entscheiden, da sie in unserem Leben bisher keine Rolle gespielt hat und wir keine Erfahrungen damit besitzen. Wir sind also davon abhängig, dass uns von der „Wissenschaft“ (in Anführungszeichen) gesagt wird, ob die Situation dramatisch ist oder nicht, weil wir es selbst gar nicht einschätzen können.

Ich möchte die Inzidenz in diesem Artikel entmystifizieren, sodass jeder die Inzidenz als eine uns bekannte Größe sieht, die wir einschätzen können.

Die Inzidenz übersetzt in Prozent

Die Prozent hat einen festen Bestandteil in unserem Leben. Z.B.:

  • Bei 80% Regenwahrscheinlichkeit nehme ich einen Regenschirm mit, bei 20% kann ich es drauf anlegen.
  • Bei 50% Wahlbeteiligung hat nur die Hälfte aller Wahlberechtigten an der Wahl teilgenommen (Ziemlich wenig, oder?)
  • 2% Zinsen pro Jahr für einen Kredit sind besser als 5%
  • Mit Bier (5% Alkohol) dauert der Abend länger als mit Wodka (35% Alkohol)

Was hat die Inzidenz jetzt mit Prozent zu tun?

Ganz einfach, die Inzidenz gibt an, wieviel Personen pro 100.000 Einwohner ein positives Testergebnis bekommen haben. „Wieviel von“ schreit förmlich nach Prozent.

Bei einer Inzidenz von 100 haben 100 von 100.000 Einwohnern ein positives Testergebnis bekommen (Bei der 7-Tage-Inzidenz sind es 100 innerhalb der letzten 7 Tage).

Wir rechnen also 100 / 100.000 * 100 = 0,001 * 100 = 0,1 %

0,1% !?

Eine 7-Tage-Inzidenz von 100 bedeutet 0,1% der Bevölkerung haben innerhalb der letzten 7 Tage ein positives Testergebnis bekommen !?

Genau! Würden Sie bei diesem Ergebnis Ausgangssperren verhängen, Geschäfte schließen, Existenzen zerstören, Notfallzulassungen für Impfstoffe mit unbekannten Langzeitfolgen erlauben?

Hier eine Grafik der Positiven für die ganze Pandemie:

Hm… man sieht ja gar nichts. Vielleicht sollten wir auf 0-10% heranzoomen:

Immer noch etwas dürftig. Zoomen wir mal auf 0-1% heran:

Na bitte, da sind sie ja, die Gefährder.

Hier eine kleine Hilfestellung, um zukünftig die Bedeutung der Inzidenz selbst einschätzen zu können:

InzidenzProzent
2000,2%
1000,1%
200,02%
100,01%
20,002%
10,001%

Ich möchte hiermit nur einmal vor Augen führen, auf welcher Grundlage die Maßnahmen beschlossen werden. In der Tat gäbe es noch viel mehr potentielle Positive als die Inzidenz erfasst. Warum das so ist und warum das nicht schlimm, sondern gut ist, erfahren Sie in diesem Artikel:

Die Inzidenz – Kritik und Alternative

Dort zeige ich, warum die Inzidenz in einer Pandemie nicht funktionieren kann und sich höchstens für Studien eignet. Auch welcher Wert sich viel besser eignet und viel genauere Ergebnisse für Epidemiologen liefern würde.